Schweizerische Stiftung für das cerebral gelähmte Kind

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Selbstständig mobil – dank der Fahrprüfung

Wir unterstützen Menschen mit einer cerebralen Bewegungsbeeinträchtigung seit vielen Jahren dabei, die Fahrprüfung zu absolvieren. Für die Betroffenen bedeutet der Fahrausweis einen sehr grossen Schritt hin zu mehr Selbstständigkeit und Mobilität.

Sitzhöhe und Abstand zum Steuer stimmen. Alina Müller lächelt zufrieden. Dann startet sie den Motor, schaut sich sorgfältig um und fährt langsam los. Fahrlehrer Markus Walker sitzt daneben und beobachtet seine Fahrschülerin. Alina absolviert heute ihre
10 Fahrstunde, und sie bewegt sich schon sehr umsichtig im Strassenverkehr. Gemeinsam fahren die beiden durch Zollikofen. Manchmal korrigiert Markus Walker sachte die Fahrtrichtung, ansonsten fährt Alina Müller schon relativ selbstständig.
Sie ist unglaublich stolz, dass sie die Fahrprüfung absolvieren darf. Die 29-jährige Frau kam mit einer cerebralen Bewegungsbeinträchtigung zur Welt, die vor allem ihre Beine betrifft. Sie kann selber laufen, wird dabei aber schnell müde. Wenn die Beine schmerzen, braucht sie einen Rollstuhl. Obwohl sie in ihrem Alltag schon oft auf ein eigenes Auto angewiesen gewesen wäre, zögerte sie lange, bevor sie sich für die Fahrprüfung anmeldete. «Anfangs hatte ich Angst, dass ich aufgrund meiner Beeinträchtigung gar nicht für die Prüfung zugelassen werde», erklärt sie, «und dann kam noch hinzu, dass die  Fahrstunden mit einem angepassten Fahrschulauto viel teurer sind. Ohne Hilfe hätte ich mir das gar nicht leisten können.»

Freie Fahrt dank der Stiftung Cerebral
Unterstützung erhielt Alina Müller von der Stiftung Cerebral. Wir vermittelten ihr einen geeigneten Fahrlehrer und helfen zudem bei der Finanzierung der Fahrstunden. Für Alina Müller ein riesiges Geschenk: «Noch vor einem halben Jahr hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass ich bald einmal selber hinter dem Steuer eines Autos sitzen werde! Ich bin der Stiftung Cerebral so dankbar, dass sie mir diese einmalige Möglichkeit bietet!» Für Alina Müller bedeutet der Erwerb des Fahrausweises einen grossen Schritt hin zu mehr Bewegungsfreiheit. «Ich wäre dann weniger auf öffentliche Verkehrsmittel und Behindertenfahrdienste angewiesen», erklärt sie. Egal ob für den Weg zur Arbeit, für Hobbys oder um an Matches zu fahren – Alina Müller spielt Rugby beim Rollstuhl Club Bern – das eigene Auto würde Alina Müllers Leben stark vereinfachen. Dank unserer Hilfe ist sie diesem Ziel nun schon einen grossen Schritt näher.

Cerebral-Fahrschule
Damit Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung die Fahrprüfung absolvieren können, verfügen wir über eine moderne Flotte von sechs umgebauten VW Caddys. Zudem haben wir rund 75 Fahrlehrer in der ganzen Schweiz für die Betreuung von  beeinträchtigten Fahrschülern ausgebildet und helfen je nach Bedarf auch bei der Finanzierung der Fahrstunden.