Schweizerische Stiftung für das cerebral gelähmte Kind

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«Was gibt es Schöneres, als das Lächeln eines zufriedenen Kindes?»

Gleich vier neue Stiftungsräte dürfen wir bei uns willkommen heissen. Sie alle bringen ganz verschiedene, äusserst wertvolle Erfahrungen mit, die sie gerne in den Dienst unserer Stiftung stellen möchten. So wie Claudia Zbären, die im Tessin ein Ferienzentrum leitet, in dem auch Menschen mit einer Beeinträchtigung regelmässig zu Gast sind.

Seit wann arbeiten Sie mit cerebral bewegungsbehinderten Menschen?
Ich bin als Pfarrerstochter aufgewachsen und hatte daher schon ganz früh Kontakt zu Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen dürfen.
Ins Tessin bin ich im Jahr 1988 gezogen, weil ich erfahren hatte, dass das Ferienzentrum Centro Magliaso am Luganersee in einer Krise steckt und dringend eine neue Leitung sucht. Kurzerhand sagte ich zu. Für mich bedeutete dies zwar eine absolut neue Erfahrung, hatte ich nach der Hotelfachschule in Lausanne doch vorwiegend in Vier- und Fünfsternhotels gearbeitet. Aber ich freute mich auf diese Herausforderung. Und ich hatte schon als Kind ein gutes Gespür für Menschen und ihre individuellen Bedürfnisse. Ich mag es, ihnen unvergessliche Ferien zu ermöglichen.
Das Centro Magliaso ist ein Ferienzentrum für Familien, Gruppen und  Alleinreisende, die Wert auf eine familiäre Atmosphäre und unkomplizierten Service legen. Auch Menschen mit einer Behinderung sind herzlich willkommen. Rund ein Drittel unserer Gäste sind Menschen mit einer Beeinträchtigung und ihren Familien. Wir legen grossen Wert darauf, dass sich die Betroffenen wohlfühlen und ihre Ferien rundum geniessen können.
Ich liebe meinen Beruf als Leiterin des Centro Magliaso. Was gibt es Schöneres, als das strahlende Lächeln eines zufriedenen behinderten Kindes, das mit seiner Familie ausgelassen in unserem Pool planscht?

Woher kennen Sie die Arbeit der Stiftung Cerebral?
Die Stiftung Cerebral kenne ich fast genau so lange, wie ich in Magliaso arbeite. Denn eine behindertengerechte Infrastruktur baut sich nicht von alleine, und das Centro steckte als ich es übernahm wirklich in einer existenziellen Krise. Die Stiftung Cerebral hat uns von Anfang an in unserem Bestreben unterstützt, Menschen mit einer Beeinträchtigung und ihren Familien schöne Ferien zu ermöglichen. Wir durften verschiedene Gesuche einreichen, und dass unser Ferienzentrum heute derart barrierefrei ist, verdanken wir zu einem grossen Teil der fianziellen Hilfe der Stiftung Cerebral. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar.

Sie haben sich neu als Stiftungsrätin für die Stiftung Cerebral zur Verfügung gestellt. Warum dieses Engagement?
In all den Jahren, die ich nun schon als Leiterin des Centro Magliaso tätig bin, hat mich mit der Stiftung Cerebral immer ein sehr freundschaftliches Verhältnis verbunden. Wir erhielten immer Hilfe, wenn wir sie brauchten, und dies schnell und unkompliziert. Die Stiftung Cerebral hatte immer ein offenens Ohr für unsere Anliegen. Als mich die Stiftung Cerebral anfragte, ob ich mich als Stiftungsrätin zur Verfügung stellen würde, sagte ich deshalb sofort zu. Ich gebe meine Erfahrung als Leiterin eines Ferienzentrums, in den auch Menschen mit einer Behinderung regelmässig ein- und ausgehen, gerne weiter. Ein weiterer Grund für mein Engagement ist, dass ich grössten Respekt für die Familien empfinde, die sich oft rund um die Uhr und ohne Pausen oder Ferien um ihre behinderten Angehörigen kümmern. Ihnen fühle ich mich verpflichtet.

In welchen Bereichen möchten Sie sich für cerebral bewegungsbehinderte Menschen engagieren?
Ich möchte gerne mithelfen, dass das Tessin behindertengerechter wird. Die Stiftung Cerebral engagiert sich ja schon seit vielen Jahren hier bei uns, und ich will gerne mithelfen, dieses Engagement weiter auszubauen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sich Menschen mit einer Beeinträchtigung möglichst ohne Einschränkung im Tessin bewegen können und die Angebote vorfinden, die ihnen nicht nur dabei helfen, ihren Alltag sorgenfreier zu gestalten, sondern auch unvergessliche Momente der Freude schenken.

Zur Person
Claudia Zbären ist 56 Jahre alt und leitet das Centro Magliaso in Magliaso (TI) seit 28 Jahren. Sie ist verheiratet und selber Mutter von zwei erwachsenen Söhnen.


Aus der eigenen Betroffenheit heraus
Cécile Thomi  aus Urtenen- Schönbühl (BE) ist selber Mutter einer cerebral bewegungsbehinderten, 13-jährigen Tochter und kennt daher die Sorgen und Nöte von betroffenen Eltern sehr gut.
Diese Erfahrung möchte sie als Stiftungsrätin einbringen: «Ich finde es sehr wichtig, dass im Stiftungsrat der Stiftung Cerebral auch betoffene Familien eine Stimme erhalten. Deshalb musste ich auch nicht lange überlegen, als ich angefragt wurde. Ich möchte der Stiftung Cerebral mit meinem Engagement auch Danke sagen für all die Hilfe, die ich und meine Tochter schon mehrfach entgegenehmen durften.»

Findiger Tüftler für behinderte Menschen
Patrick Meyer (38 Jahre) aus Maienfeld (GR) ist selbstständiger Unternehmer und engagiert sich mit seiner Firma Wheelblades in der Entwicklung von Hilfsmitteln für gehbehinderte Menschen. Seit einem schweren Sportunfall im April 2000 benötigt Patrick Mayer selbst einen Rollstuhl und er kennt daher die Bedürfnisse der Betroffenen aus seinen eigener Erfahrung. Patrick Mayer kennt unsere Stiftung seit Jahren. «Uns verbindet eine tiefe Freundschaft», erklärt er, «denn wir arbeiten beide auf das gleiche Ziel hin – Menschen mit einer Beeinträchtigung vorwärts zu bringen. Das möchte ich auch als Stiftungsrat.»

Engagierter Facharzt und Wissenschaftler
PD Dr. med. Andreas Meyer-Heim aus Stäfa (ZH) ist ärztlicher Leiter des Rehabilisationszentrums des Kinderspitals Zürich in Affoltern am Albis und arbeitet seit vielen Jahren mit cerebral bewegungsbehinderten Kindern und Jugendlichen. Unsere Stiftung ist im daher bestens bekannt. «In meiner Arbeit habe ich schon oft mit der Stiftung Cerebral zu tun gehabt, und immer wieder festgestellt, dass ihre Hilfe sehr wichtig ist für die Betroffenen, aber auch für ihre Eltern und natürlich für uns als Wissenschaftler. Ich freue mich auf mein Engagement als Stitungsrat und auf die spannenden Herausforderungen, die zweifelsohne auf mich warten.»