Schweizerische Stiftung für das cerebral gelähmte Kind

Cerebral gelähmt

Was ist cerebral gelähmt?

Wird während der Schwangerschaft, der Geburt oder in den ersten Lebensjahren das Gehirn geschädigt, führt dies oft zu Bewegungsbehinderungen unterschiedlichen Ausmasses und Schweregrades. Sensorische (Seh- oder Hörstörungen) , kognitive, Sprach- und Verhaltensbeeinträchtigungen sowie in gewissen Fällen auch eine Epilepsie können in variabler Ausprägung hinzukommen und bestimmen das Ausmass der Einschränkungen im täglichen Leben entscheidend mit.

Ursachen

Die Schädigung des kindlichen Gehirns kann verschiedenste Ursachen haben, vorgeburtlich zum Beispiel Hirnfehlbildungen, Virusinfektionen, Gefässverschlüsse. Während der Geburt können Sauerstoffmangel oder andere Komplikationen wie Hirnblutungen das Gehirn schädigen.  In den ersten Lebensjahren sind es meist Unfälle mit Schädelhirnverletzungen, solche mit Sauerstoffmangel, zum Beispiel ein Ertrinkungsunfall oder Entzündungen der Hirnhäute oder des Gehirns, die eine cerebrale Bewegungsbehinderung zur Folge haben,  auch Stoffwechselstörungen kommen ursächlich in Frage.

Gibt es eine Heilung?

Da meist ausgedehnte Hirnareale betroffen sind, kann im eigentlichen Sinn eine cerebrale Bewegungsbehinderung nicht geheilt werden. Mit gezielten Therapien wird jedoch eine möglichst grosse Selbstständigkeit erreicht. Der Verbesserung der Motorik und damit der Aktivitäten im Alltag kommt dabei eine wesentliche Rolle zu. 
Wichtig ist, eine cerebrale Bewegungsbehinderung so schnell wie möglich zu erkennen und mit der unverzüglichen Einleitung geeigneter Therapien Gegensteuer zu geben. Dann bestehen berechtigte Erfolgschancen, die restlichen gesunden Hirnareale so weit zu bringen, dass sie mindestens teilweise die ausgefallenen Funktionen übernehmen können.

Wie oft kommen cerebrale Bewegungsbehinderungen vor?

Cerebrale Bewegungsbehinderungen stellen mit einer Häufigkeit von 2 bis 2,5 auf 1000 Geburten die häufigste motorische Behinderung im Kindesalter dar. Trotz der beachtenswerten Fortschritte der Medizin hat ihre Häufigkeit in den westlichen Ländern in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich abgenommen. Die bessere Schwangerschafts- und geburtshilfliche Betreuung sowie die grossen Fortschritte in der medizinischen Behandlung der Neugeborenen haben zwar bewirkt, geburtsbedingte Komplikationen sowie angeborene Infektionskrankheiten zu vermindern, parallel dazu überleben aber mehr und mehr die besonders für eine cerebrale Bewegungsbehinderung gefährdeten sehr früh geborenen Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht.