Wenn Entlastung im Alltag plötzlich noch viel wichtiger wird

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Die vergangenen Monate und die vielen Einschränkungen durch das Coronavirus haben Familien mit einem cerebral bewegungsbeeinträchtigten Familienmitglied in vielerlei Hinsicht stark gefordert. Wir helfen mit verschiedenen Angeboten, damit sie dringend nötige Entlastung erhalten und ihren Alltag besser meistern können.

Nicole Reutimann aus Müllheim (TG)  weiss, wie sich anstrengende Tage anfühlen. Ihr Sohn Yannick ist 18 Jahre alt und leidet seit seiner Geburt an einer schweren cerebralen Bewegungsbeeinträchtigung. Er ist praktisch rund um die Uhr auf Pflege und Betreuung angewiesen und seine Familie muss ihren Alltag in vielen Bereichen an seine besonderen Bedürfnisse anpassen. 
Normalerweise verbringt Yannick während der Woche seine Tage in der Stiftung Lerchenhof in Homburg (TG). So erhalten seine Eltern eine Pause und können zwischendurch einmal durchatmen. 

Massive Einschränkungen im Alltag
Mitte März 2020 war dann aber plötzlich alles ganz anders. Aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown durfte Yannick rund drei Monate lang nicht mehr tagsüber in den Lerchenhof. Zu gross wäre das Risiko einer Ansteckung für ihn, aber auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der Institution gewesen. Dies weil er ja jeden Tag hin- und hergereist wäre.
Für die Familie Reutimann bedeutete die Tatsache, dass Yannick zu Hause bleiben muss, eine grosse Umstellung. Nicole Reutimann erzählt: «Plötzlich war Yannick den ganzen Tag hier, und auch seine Therapien wurden ausgesetzt. Wir mussten uns zuerst wieder an diesen Alltag mit ihm gewöhnen.»
Beim Aufstehen und bei der Körperpflege helfen, Anziehen, Zu essen geben, beschäftigen – ein schwer beeinträchtigtes Familienmitglied rund um die Uhr zu Hause zu pflegen ist anstrengend und verlangt der Familie vieles ab. «Zum Glück bin ich nicht berufstätig und konnte mich sofort um Yannick kümmern», erinnert sich Nicole Reutimann, «viele andere betroffene Familien mussten zuerst eine Betreuung  für ihr Kind organisieren.» 
Die Eltern versuchten, die langen Monate für Yannick so abwechslungsreich wie möglich zu  gestalten. Oft unternahm die ganze Familie in den Abendstunden ausgedehnte Spaziergänge in den Wald.
Da Yannick im Rollstuhl sitzt und nicht selber mithelfen kann und die Reutimanns zudem in einer hügeligen Gegend leben, wurden diese Spaziergänge sehr schnell anstrengend. 
Zum Glück erhielt die Familie in dieser Situation schnelle Unterstützung von der Stiftung Cerebral. «Wir fragten um finanzielle Hilfe für den Kauf einer elektrischen Schiebehilfe für Yannick und erhielten sofort eine Zusage», so Nicole Reutimann. Ein paar Tage später wurde die Schiebehilfe bereits geliefert. Nicole Reutimann: «Wir sind unglaublich dankbar für diese unkomplizierte Unterstützung. Die Schiebehilfe für Yannick erleichtert unseren Alltag enorm, auch jetzt nach dem Lockdown würden wir sie nicht mehr hergeben wollen.»

Dringend nötige Entlastung
Gerade in der Coronazeit sahen sich viele Familien mit einem cerebral bewegungsbeeinträchtigten Familienmitglied wie die Reutimanns mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. 
Um diese Familien zu entlasten, haben wir ihnen nicht nur beim Kauf von dringend nötigen Hilfsmitteln geholfen, sondern auch unsere Entlastungsaufenthalte im Hotel für die Angehörigen vergünstigt angeboten. Damit konnten wir den Eltern ermöglichen, dass sie sich zwischendurch von der anstrengenden Pflege ihres Schützlings erholen und neue Kraft tanken können. 
Dieses Angebot wurde rege genutzt und wir möchten diese Vergünstigung deshalb bis auf weiteres so beibehalten.

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