Entstehende Lücken schliessen und damit die Lebensqualität erhöhen

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Unsere Stiftung darf auf ein solides Jahr 2019 zurückschauen. Wir konnten den bei uns angemeldeten cerebral bewegungsbehinderten Menschen und ihren Familien in ihrem Alltag beistehen und ihnen so sehr viel Lebensfreude schenken.

Durchschnittlich wird rund jedes 500. Baby in der Schweiz mit einer cerebralen Bewegungsbeeinträchtigung geboren. Insgesamt waren im Berichtsjahr rund 9600 Personen mit einer cerebralen Bewegungsbehinderung, Spina bifida oder Muskeldystrophie bei unserer Stiftung angemeldet. Wir verzeichneten 187 Neuanmeldungen. Ihnen allen waren wir bei Bedarf ein kompetenter und geduldiger Zuhörer. 
Unser Team der Geschäftsstelle ist täglich mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und mit Vertretern von Sonderschulen, Institutionen und geschützten Werkstätten in Kontakt. Dabei geht es immer darum, den Betroffenen und ihren Familien in diversen Lebenssituationen helfend beizustehen. Dies insbesondere dann, wenn weder Staat noch die Versicherung Unterstützung bieten können. 
Die Sparmassnahmen der öffentlichen Hand treffen die Schwächsten in unserer Gesellschaft am härtesten. Gerade in schwierigen Zeiten ist es deshalb wichtig, dass wir entstehende Lücken sofort schliessen können. Damit können wir die Lebensqualität der betroffenen Personen verbessern und ihre Selbstständigkeit fördern. 
Die engagierte Unterstützung von unseren Partnern, Spenderinnen und Spendern ist uns dabei von unschätzbarem Wert. Sie trägt in hohem Masse dazu bei, dass wir den bei uns angemeldeten Familien auch auch im vergangenen Jahr ein verlässlicher Partner sein konnten.

Viel Einfühlungsvermögen und eine grosse Portion Geduld
Die Direkthilfe für die betroffenen Familien stellte auch im Jahr 2019 einen grossen und sehr wichtigen Teil unserer täglichen Arbeit dar. Es war nicht immer einfach, auf alle sich stellenden Fragen eine Antwort zu finden, und oftmals waren dafür mehrere Gespräche nötig, welche uns viel Einfühlungsvermögen und Geduld abverlangten. Trotzdem ist es uns gelungen, für die Betroffenen jeweils adäquate Lösungen zu finden und ihnen so den Alltag massgeblich zu erleichtern. 
Neben der Direkthilfe und der Pflege der vielfältigen laufenden Angebote war es unserer Stiftung auch im Berichtsjahr ein grosses Anliegen, den aktuellen Bedürfnissen Rechnung zu tragen und je nach Bedarf neue Dienstleistungen zu entwickeln oder bestehende Angebote dahingehend anzupassen. So konnten wir im 2019 unser JST-Multidrive-Projekt (geländegängige Rollstühle) weiter ausbauen und auch die Liste der auf Kunsteisbahnen zur Verfügung stehenden Eisgleiter wird immer länger. 
Um die pflegenden Angehörigen zu entlasten, bieten wir ihnen seit vielen Jahren die Möglichkeit für Kurzurlaube in ausgewählten Hotels in der ganzen Schweiz. Diese Kurzurlaube sind wichtige Inseln im anstrengenden Alltag der  Betroffenen und tragen dazu bei, dass sie neue Kraft schöpfen und den vielfältigen Herausforderungen ausgeruht entgegentreten können. Im Jahr 2019 haben wir unsere Broschüre für Kurzurlaube komplett überarbeitet und neu aufgelegt. 
Auch unseren Webauftritt sowie unsere vielen Broschüren und Factsheets für die bei uns angemeldeten Familien, die Spenderinnen und Spender haben wir den heutigen Bedürfnissen angepasst und neu gestaltet. 

Das Jahr 2019 in Zahlen
Unsere Stiftung verzeichnete für das Jahr 2019 einen Spendeneingang von CHF 6.700 Mio. (im Vorjahr waren es CHF 5.157 Mio.). In diesem Betrag sind auch die Erbschaften enthalten, die im Berichtsjahr CHF 2.203 Mio. betrugen (CHF 1.138 Mio. im Vorjahr). Zum Spendeneingang kamen im Jahr 2019 CHF 4.262 Mio. als Erträge aus der Leistungserbringung hinzu, woraus ein Gesamtertrag von CHF 11.301 Mio. resultiert (im Vorjahr waren es CHF 10.101 Mio.). Diesem Ertrag steht ein Betriebsaufwand von CHF 12.180 Mio. gegenüber (im Vorjahr waren es CHF 12.338 Mio.). 
Es ist uns auch im Jahr 2019 gut gelungen, für unsere Anliegen Verständnis zu schaffen und von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Unsere Aufgabe bereitet uns Freude und wir erhalten von unseren Betroffenen und deren Angehörigen für unsere Arbeit viel Wertschätzung. Diese Feedbacks bestätigen uns, wie sehr die Leistungen geschätzt werden und motivieren uns, immer wieder aufs Neue scheinbar Unmögliches möglich werden zu lassen.

Ängste und Sorgen werden nicht kleiner 
Das Jahr 2020 ist bereits gestartet und stellt uns vor viele Herausforderungen. Die Mittelbeschaffung bleibt weiterhin ein wichtiges Thema, da nicht nur immer weniger Geld zur Verfügung steht, sondern gleichzeitig auch immer mehr Spenden sammelnde Organisatioen auf den Spendermarkt drängen. Auch die Ängste und Sorgen der Familien werden in diesen schwierigen Zeiten nicht kleiner – im Gegenteil. Wir werden alles daran setzen, auch im Jahr 2020 durch unsere Leistungen zu überzeugen und unkompliziert und schnell helfen. Genau dort, wo unsere Hilfe wirklich gebraucht wird.
Bei den Projekten stehen verschiedene Angebote im Fokus: So möchten wir unser JST-Angebot mit den geländegängigen Rollstühlen weiter ausbauen und so den Familien noch mehr unbeschwerte «Wanderungen» in der Natur und in der schönen Schweizer Bergwelt ermöglichen. 
Auch möchten wir unser Lehrmittel «Pinzip Vielfalt», das eine stufengerechte Förderung  von Akzeptanz und Vielfalt in der Schule ermöglicht, um eine Online-Plattform für die Lehrpersonen erweitern. Die Plattform hat zum Ziel, die Relevanz des Lehrmittels zu verdeutlichen, die Inklusion der Betroffenen in die Gesellschaft zu fördern, weiterführende Informationen für den Unterricht zu liefern und so Hemmschwellen für die Nutzung abzubauen. Zudem möchten wir die dazugehörige sehr beliebte Lern-App The Unstoppables um einen Level erweitern.

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