Der Prix Cerebral geht ins Oberwallis und ins Berner Simmental

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Den 25. Prix Cerebral dürfen wir gleich zweifach vergeben – an Bruno Burgener aus Bellwald (VS) und an Andreas Jutzeler aus Erlenbach im Simmental (BE). Ersterer sorgt mit seinem Engagement dafür, dass sich Familien in ihren Ferien rundum wohlfühlen können, und dank letzterem sind die Schweizer Berge auch für Menschen im Rollstuhl erlebbar geworden.

Bruno Burgener hat mit sehr viel Herzblut dazu beigetragen, dass Familien mit einem beeinträchtigten Kind seit bald 13 Jahren in Bellwald unbeschwerte Skiferien verbringen können. Er ist selbst Bergführer, begeisterter Skifahrer und Skilehrer. Daneben arbeitet er seit 2003 als Aussendienstmitarbeiter bei einem Medizinalunternehmen und betreut Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung in der ganzen Schweiz. Immer wieder äusserten die Kinder den Wunsch, mit ihren Eltern Skifahren gehen zu können. Bruno Bur-gener wollte ihnen dabei helfen, diesen Traum zu erfüllen, und entschied sich dazu, Dualskis nach Bellwald zu holen. Er suchte von Anfang an den Dialog mit den Bellwaldner Behörden, der Skischule, den Bergbahnen, Bellwald Tourismus und den verschiedenen Hotels und Ferienwohnungsbesitzern und stiess dabei auf viel Wohlwollen. Das ganze Dorf stellte sich hinter die Dualski-Idee undwollte mithelfen, Familien barrierefreie Ferien zu ermöglichen. Dualski Bellwald ist heute als Verein organisiert und funktioniert bestens. Bruno Burgener ist aber nach wie vor erster Ansprechpartner für die Familien und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Wir begleiten das Projekt Dualski Bellwald schon seit den Anfängen und freuen uns sehr, dass wir Bruno Burgener dafür mit dem Prix Cerebral ehren dürfen.

Ein Rollstuhl – viele neue Möglichkeiten 
Ausflüge in den Schweizer Bergen, fernab von Strassen und Wegen – und das trotz Rollstuhl. Was noch vor einigen Jahren undenkbar erschien, hat Andreas Jutzeler mit seinem geländegängigen Rollstuhl JST Mountain Drive möglich gemacht. 
Die Erfolgsgeschichte des JST begann bereits vor über 20 Jahren. Damals, im Jahr 1996, hatte Andreas Jutzeler erstmals die Idee, einen Rollstuhl zu bauen, der Treppen steigen und Hindernisse bewältigen kann. Diese Idee kam nicht von ungefähr: Er merkte auf einem Spaziergang mit einer befreundeten Rollstuhlfahrerin, wie schnell selbst kleinste Hindernisse wie eine einzelne Treppenstufe zu einer unüberwindbaren Barriere werden können. 
Angespornt vom Gedanken daran, betroffenen Menschen im Rollstuhl das Leben zu erleichtern, machte er sich gemeinsam mit einem kleinen Team von findigen Tüftlern an die Arbeit. Das war die Geburtsstunde der JST Multidrive AG und gleichzeitig der Startschuss eines unermüdlichen Engagements. Die Aufgabe, einen Rollstuhl zu bauen, der auch schwieriges Gelände meistert, stellte sich als überaus knifflig heraus, und so sollte es viele Jahre dauern, bis ein erster Prototyp eines geländegängigen Rollstuhls gebaut war. Andreas Jutzeler und sein Team haben trotzdem niemals aufgegeben und konnten einen ganz besonderen Rollstuhl entwickeln. Dank diesem können Familien heute trotz körperlichen Beeinträchtigungen in den Bergen unterwegs sein und selbst holperige und steile Wegstrecken problemlos bewältigen. Der JST Mountain Drive begeistert und eröffnet ganz neue, noch nie dagewesene Möglichkeiten – dafür erhält Andreas Jutzeler nun einen Prix Cerebral.

Prix Cerebral
Der mit jeweils CHF 20 000.– dotierte Anerkennungspreis der Stiftung Cerebral wurde erneut durch das Ehepaar Annegret und René Schefer von der Firma Cosanum AG in Schlieren gestiftet. Zum 25-jährigen Jubiläum haben sich die beiden dazu entschlossen, die Vergabe des Prix Cerebral sogar gleich zweifach zu ermöglichen. Herzlichen Dank!

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